Neue Tools im Bereich Webdesign
Es herrscht die Meinung, dass das Internet heutzutage fast ausschließlich aus Rastergrafiken besteht. Die einzige Ausnahme bildete Flash. Doch die aktuelle Lage gibt uns Anlass, darüber nachzudenken, dass der Bereich der Webentwicklung möglicherweise schon sehr bald globale Veränderungen erleben wird. Schauen wir uns einmal an, welche Möglichkeiten es im Webdesign gibt, um die Trends zu erkennen, die die Zukunft für uns bereithält.
Wir alle haben schon davon gehört, dass man für die Entwicklung von Websites Vektor- oder Rastergrafiken verwenden kann. Rastergrafiken sind derzeit im Internet am weitesten verbreitet. Mit ihrer Hilfe lässt sich jede Zeichnung oder jedes Foto reproduzieren, wobei der Übergangseffekt von einer Farbe zur anderen präzise wiedergegeben wird – was bei Vektorgrafiken zu einer Vergrößerung der Dateigröße führen würde. Rasterbilder behalten eine hohe Realitätsnähe, und es lassen sich vielfältige Effekte auf sie anwenden.
Zu den Nachteilen zählen die selbst für einfache Bilder zu große Dateigröße sowie die fehlende Möglichkeit einer perfekten Skalierung. Rasterbilder lassen sich nicht wie in der Vektorgrafik in Ebenen bearbeiten.
Die Popularität der Vektorgrafik nimmt zu. Im Gegensatz zu Rastergrafiken hängt die Dateigröße hier nicht von der tatsächlichen Größe des Objekts ab. Selbst sehr detaillierte Vektorgrafiken, die aus Tausenden von Objekten bestehen, überschreiten selten einige hundert Kilobyte. Die Informationen darüber werden in beschreibender Form gespeichert, sodass man grafische Primitive unendlich vergrößern und die Parameter der Objekte ändern kann.
Das bedeutet, dass das Verschieben, Skalieren, Drehen, Ausfüllen und andere Bearbeitungsvorgänge die Qualität der Zeichnung nicht beeinträchtigen. Was die Strichstärke betrifft, so bleibt diese beim Vergrößern oder Verkleinern der Objekte unverändert, da sie als fester Wert festgelegt ist.
Vektorgrafiken ermöglichen es, eine Zeichnung schichtweise zu bearbeiten sowie ein Objekt über ein anderes zu legen, ohne dass es zu einer Wechselwirkung zwischen ihnen kommt. Die Verwendung von Vektorgrafiken zur Erstellung von Bildern, die ein hohes Maß an Realismus erfordern, kann jedoch ineffizient sein.
Vektorgrafik-Editoren ermöglichen eine ganze Reihe von Operationen: Drehen, Verschieben, Spiegeln, Dehnen, Abschrägen, Ändern der Ebenereihenfolge und Erstellen komplexerer Objekte durch Kombinieren von Primitiven sowie Vereinigen, Ergänzen und Schneiden geschlossener Figuren.
Vektorgrafiken eignen sich ideal für einfache oder komplexe Zeichnungen, die keinen Fotorealismus erfordern. Das Vektorgrafikmodell wird beispielsweise von PostScript und PDF verwendet. Vektor und Raster existieren nicht getrennt voneinander – sie lassen sich kombinieren, um interessante Designlösungen zu erzielen.
Und wie sah es früher aus?
Die Möglichkeit, Vektorgrafiken in die Webentwicklung zu integrieren, gab es bereits früher. Ihre Geschichte reicht bis in die Jahre 1994–1995 zurück. Damals wurden die Spezifikationen entwickelt und Browser-Plugins für SVF (Simple Vector Format) und VRML (Virtual Reality Markup Language) eingeführt.
Am 19. August 1998 erschien eine Alternative zu CGM (Computer Graphic Metafile) – WebCGM. Diese Entwicklung sollte dazu beitragen, den Anwendungsbereich des Formats zu erweitern. Von allen vorgestellten Lösungen überlebte nur VRML, das zunächst als Standard VRML97 verabschiedet und 2004 in X3D umgewandelt wurde.
Im Jahr 1998 stellten die Unternehmen Sun, IBM und Adobe PGML vor, das zur Darstellung von Vektorgrafiken im Internet dienen sollte. Etwa zur gleichen Zeit präsentierten Microsoft und eine Reihe weiterer Unternehmen eine Alternative – den VML-Standard.
PGML (Precision Graphics Markup Language) ist eine auf XML basierende Auszeichnungssprache. Mit ihrer Hilfe konnten Vektorgrafiken in Form von Text im XML-Format beschrieben werden. PGML verwendet ein Bildaufbaumodell, das dem von PDF und PostScript ähnelt. Nach dem Aufkommen von SVG und VML verlor diese Technologie an Bedeutung.
VML (Vector Markup Language) beschreibt Bilder innerhalb einer HTML-Seite in Textform unter Verwendung einer Syntax, die HTML und CSS ähnelt. Auch VML basiert auf XML. Diese Technologie stützt sich auf offene W3C-Standards wie HTML 4.0, XML 1.0 und CSS 2.
Google Maps nutzte VML, um Vektorgrafiken im Internet Explorer-Browser darzustellen. Später wurde VML jedoch durch SVG abgelöst und gilt heute als veraltet.
Später brachte Microsoft das Silverlight-Plugin auf den Markt, um Animationen und Multimedia-Inhalte, einschließlich Vektorgrafiken, wiederzugeben. Dies bedeutete praktisch das Ende von VML.
Über Flash
Bei der Erstellung von Websites oder einzelnen Elementen davon wurde häufig Flash verwendet. Dabei handelt es sich um eine Multimedia-Plattform, die zur Entwicklung von Webanwendungen und Präsentationen genutzt wurde.
Flash wurde zur Erstellung von Bannern, Animationen und Spielen sowie zur Wiedergabe von Video- und Audiodateien verwendet. Es unterstützte Vektor-, Raster- und teilweise auch dreidimensionale Grafiken.
Flash hatte jedoch erhebliche Nachteile:
- hohe Belastung des Prozessors;
- instabiler Betrieb;
- Sicherheitsprobleme;
- keine Indizierung durch Suchmaschinen;
- Abhängigkeit von Plugins.
Aus diesem Grund verlor die Technologie nach und nach an Popularität.
„Wie geht es weiter?“ oder die Alternative zu Flash
Es ist sehr wahrscheinlich, dass HTML5 die Möglichkeiten der Webentwicklung erheblich erweitern wird. Dies ist eine neue Entwicklungsstufe von HTML, die den Ansatz bei der Erstellung von Webseiten verändert.
HTML5 ermöglicht die Verwendung von übersichtlicheren und logischeren Codes und macht die Abhängigkeit von externen Plugins überflüssig.
Eine der Schlüsseltechnologien ist WebGL – ein Tool zur Darstellung von 3D-Grafiken im Browser.
Außerdem umfasst HTML5:
- Canvas für die Arbeit mit Grafiken;
- Web Storage anstelle von Cookies;
- Drag-and-Drop;
- WebSockets;
- Geolokalisierung;
- neue Formulartypen.
Canvas und SVG
Canvas ist ein HTML5-Element zur Erstellung von Rastergrafiken mithilfe von JavaScript. Es ermöglicht die dynamische Änderung von Bildern und die Erstellung interaktiver Elemente.
SVG (Scalable Vector Graphics) ist eine auf XML basierende Auszeichnungssprache zur Beschreibung von Vektorgrafiken. Sie unterstützt Skalierung, Animation und Interaktivität.
SVG-Dateien lassen sich leicht bearbeiten, gut komprimieren und werden von Suchmaschinen gut indexiert.
Wie die Website in Zukunft aussehen wird
Moderne Technologien ermöglichen die Erstellung von Websites, die Vektor- und Rastergrafiken kombinieren. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für Design und Leistung.
HTML5, SVG und Canvas werden bereits heute aktiv in der Webentwicklung eingesetzt.
Schlussfolgerungen
Die Verwendung von HTML5, SVG und Canvas wird in naher Zukunft zum globalen Standard werden. Ihre Möglichkeiten stehen denen von Flash in nichts nach und übertreffen diese in vielen Fällen sogar.
Browser unterstützen diese Technologien aktiv, und Entwickler setzen sie immer häufiger in ihren Projekten ein.
Die Zukunft des Webdesigns liegt in offenen Standards, Leistungsfähigkeit und Interaktivität.
Nur ein Schritt zu Ihrer perfekten Website



